luette sail bremerhaven

2008 August 30

gestern war ich zum ersten mal auf der lütten sail bremerhaven. mein erster eindruck, bremerhaven macht sich, die idee, ein kleineres selgelschiffest stattfinden zu lassen ausserhalb der normalen sail ,die – so glaube ich – nur alle 4 jahre stattfindet, ist super. es gibt für jeden geschmack verschieden live bühnen – von roc, pop, reggae und soul sowie ballermann schunkelmucke ist eigenlich alles vertreten. sehr gut gefallen hat uns besonders miss platnum und band. der mix aus südstaaten soul, dancehall, pop unwas nicht sonst noch alles an einflüssen – war tanzbar und die sonst manchmal steifen bremerhavener haben die hüften geschwungen, mitgeschunkelt und getanzt, sogar eine zugabe wollten sie. nicht nur das stadtbild verändert sich stetig in bremerhaven, auch die menschen.

noch imemr gibt es viele kritiker, die sich nicht mit dem gedanken anfreunden können, daß soviel hoffnung sowie gelder in dden tourismusbereich gesteckt werden. ganz langsam scheint die rechnung für die stadt aufzugehen. aber leider ist mir auch aufgefallen, daß wie so oft “außen hui und innen pfui” praktiziert wird.

kaum geht man vom hafen richtung rickmersstraße, sieht man daß sich zwar einiges änddert, z.b. schiefhausen abgerissen wurde und überall gebaut und saniert wird. doch die sanierungean den hübsch verschnörkelten häusern ist oft sehr schlampig. löcher werden lieblos zugegipst, verzierungen nicht restauriert. das tut mir in der seele weh denn diese häuser sind es wert, erhalten zu werden. daran sollte die stadt auch ein größeres interesse haben, sie gehören zum stadtbild genau so wie der hafen und die schiffe. doch leider spielt sich in den seitenstraßen trauriges ab. gestern wurde ich fast von fallenden glassplittern anfang goethestraße verletzt. bauarbeiter hauten recht lieblos die scheiben heruas und die splitter flogen bis auf die andere straßenseite, genau vor meine füße und die meiner nichte und meines sohnes, die gerade von der schule kamen. oberflächlich erscheint so diese stadt den touristen sehr modern, sauber und modern. ich hoffe, man besinnt sich mehr auf die geschichte und architektur der stadt als nur auf moderne konzeptionen. das mediterraneo ist vielleicht eine ganz nette sache, aber irgendwie passt es doch nicht so ganz zu bremerhaven. was haben wir mit mittelmeerarchitektur und flair denn wirklich zu tun? wäre es nicht sinnvoller gewesen, die geschichte, die kultur und bauweisen norddeutschlands umzusetzen in diesem zentrum? fischerkaten und moorhäuser, fischstände und marktschreier, kleine fischkutter und gemütliche restaurants, in denen alte öfen stehen und es geschirr mit altem zwiebelmuster gibt, kluntjes und sahne im tee? ich bin bremerhaven sehr verbunden und denke, daß es an der zeit ist, auch mal ein bischen stolz zu sein, aus bremerhaven, der stiefschwester bremens zu stammen. für menschen, die von weit her kommen um an der küste urlaub zu machen, ist es auch immer wichtig, etwas von der geschichte der region vermittelt zu bekommen. ich hoffe, die stadt kommt noch einmal dorthin, alte stadthäuser besser zu erhalten sowie eigentümer dieser häuser in der erhaltung dieser bauten besser zu fördern. denn es bröckelt überall, die figuren, die von fassaden zu uns herabschauen, flehen uns an mit versteinerter miene, etwas zu tun.

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