kulturschock
wir sind zuhause in der welt – weder pure amerikaner noch deutsche.
der kulturschock unserer rückwanderung hat mich nicht davon abgehalten innerhalb von 2 wochen eine neue wohnung zu finden und bis jetzt soweit zu sein, dass es den kindern und unserer familie insgesamt an nichts lebensnotwendigen fehlt. zum basar maritim – bremerhavener festwoche waren wir ebenfalls, ein besuch auf dem freimarkt ist ebenfalls noch geplant. erholsamer waren jedoch ein ausflug an die geeste

oder in den ort imsum, wo wir von der endhaltestelle bis zum ochsenturm und wieder zurück gewandert sind und tolle bilder gemacht haben.

und irgendwie haben wir es zwischendurch geschafft und ganz nebenbei gemütlich einzurichten!

der tag am ochsenturm war für mich auch eine art vergangenheitsaufarbeitung denn – am ochsenturm – habe ich in der kindheit viele sommertage mit eltern verbracht, röhrkohl gesucht, watt gewandert, eigene reusen geleert und boot gefahren. das wollte ich gern den kindern mit auf dem weg geben bzw mit ihnen teilen. da wir an einem warmen sommertag nach imsum gefahren sind, fluchten die kinder über den langen fußssmarsch, vielleicht werden sie erst in einigen jahren verstehen, was ich mit der einen oder anderen aktion überhaupt bezweckt habe.
in den u.s.a. sind wir immer überall mit dem auto hingefahren – weil es kaum eine möglichkeit gab, irgendwohin per bus oder fahrrad zu gelangen. überall highways, keine netten landstrassen samt fahrradweg oder gar radwanderwege …
nach 11 jahren im ausland sind mir viele dinge aufgefallen, zum einen begegnet man auf der straße immer wieder menschen, deren gesichter man noch von damals – vom sehen - kennt und die noch immer im gleichen stadtteil, ja sogar im gleichen haus leben. ich bin menschen begegnet, die ich nicht auf anhieb wieder erkannt hätte, die mich dann aber angesprochen haben und umgekehrt. z.b. bin ich meinem ehemaligen englischlehrer begegnet, der ganz erschüttert darüber war, daß ich ausgerechnet nach bremerhaven zurückgekehrt war. ich hoffe, er war ein bischen stolz, von mir zu erfahren, daß ich u.a. dank seinem verdient so gut in den u.s.a. zurecht gekommen bin mit meinen (heute fließenden) englischkenntnissen.
in der havenwelt passiert so einiges,



gern würde ich im tourismusbereich oder im kreativen bereich beruflich unterkommen. heute wurd mir ein verlockendes angebot unterbreitet, in einem bremerhavener baumarkt als kassiererin anzufangen. ich habe noch ein paar tage bedenkzeit, denn es gab noch ein paar weitere angebote, die es genauer zu untersuchen gilt. eine umschulung zur speditionskauffrau habe ich vorerst abgelehnt. ich muß erst einmal verkraften, daß meine ausbildung bei delta air lines zur flugbegleiterin in europa nicht anerkannt wird. aus diesem grunde werden auch prüfungen zur fremdsprachenkorrespondentin oder das cambridge first certificate of englishvon der arge nicht übernommen . als ob mich das stören würde! es ist schliesßlich nicht so teuer, daß man es nicht auch aus eigener tasche zahlen könnte, die frage ist, ob ich demnächst dafür zeit haben werde.
morgen ist schulstart für die tochter, montag folgt der offizielle schulstart für den sohn, so galt es heute letzte besorgungen zu erledigen damit für pausenbrot und snacks sowie schulmaterialien gesorgt ist. dem sohn, collin – habe ich gestern eine coole frisur verpassen lassen.
irgendwie hat dies kind auf fotos immersüßigkeiten im mund??
mittlerweile haben sich beide kinder gut eingelebt, haben in kürzester zeit freunde gefunden. anfangs gab es probleme – leher spielplatzkinder können ungerecht und hart sein.
ein 15-jähriger masste sich an, collin den arm mit brennesselstauden (mit absicht!) zu verletzen. natürlich war dies nicht länger eine sache, die die kinder unter sich regeln konnten, mein sohn ist erst 7 und konnte sich kaum verteigien, ausserdem verstanden ihn viele kinder natürlich nicht dan sprachbarriere. doch kinder, die den vorfall bemerkt hatten, gaben mir eine gute beschreibung des jungen, den ich wenig später “stellen” konnte. der ausdruck seines gesichtes war “priceless” – u.a. gab ich ihm zu verstehen, daß jungen wie er, die ein eminem t-shirt tragen und sich cool fuhlen wollen mit uns echten amis noch lange nicht mithalten können und wenn er sich wie im ghetto verhalten möchte, dann würden ich und mein mann sowie keine kinder schnell dafür sorgen, daß er erfährt, wie es auf amerikanisch unproblematisch geregelt werden würde. daß ich diesem fiesling keinen backs gehauen habe, grenzte an ein wunder, ungerechtigkeiten kindern allgemein gegenüber aber vor allem meinen eigenen – kann ich nicht leiden. mich regen diese dünnen halbwüchsigen auf, die meinen daß sie cool und hart sind, weil ihnen die bux bis unter dem mors hängt oder sie “fette homeboy-klamotten” tragen.
dabei ist das leben in echten ghettos, durch die wir zuweilen fahren mussten, alles andere andere als nachahmenswert… im gegenteil. in diesen gegenden amerikas gibt es genug menschen, die ihr leben dort sofort gegen ein leben eines menschen der deutschen unterklasse jederzeit tauschen würden.
jedenfalls haben meine kinder hier offensichtlich dank ihrer abstammung collheitspunkte gesammelt und die kinder in der nachbarschaft haben viel respekt vor der verrückten amerikanerin – also vor mir
bei einem meiner behördengänge wurde ich von einem männlichen mitarbeiter der arge schikaniert, dass ich fast über seinen schreibtisch gesprungen wäre, um ihn mir zu schnappen. dabei bin ich sonst so geduldig und diplomatisch. dieser vorfall verdient eigentlich einen eigenen blogeintrag. mindestens genauso interessant waren die anlaufschwierigkeiten, die ich mit meinem telefon- und dsl-anschluss mit der nordcom hatte. doch nach der anfänglich recht problemlosen wiedereingliederung in die bremerhavener bürgergemeinschaft war es fast zu erwarten, daß nicht immer alles 100% laufen kann. es ist jedoch frustirerend, wie schlecht der kundenservice im vergleich zu vielen anderen ländern aussieht, die wir in den jahren bereist haben. fast schon scheine ich selbst auf einige überkandidelt und extrem supernett (also overflächlich) zu wirken… ich habe in den jahren amerikanische, kulturelle eigenschaften angenommen, wie etwa meine offene, lockere art und eine freundliche, wenn auch für manche unecht wirkende freundlichkeit angenommen, die allerdings von herzen kommt. trotz meiner manchmal recht negativen erlebnisse oder blog-einträge bin ich sehr positiv eingestellt und habe auch aus diesem grunde recht viel in kürzester zeit erreicht. wieder in bremerhaven zu leben ist sicherlioch für alle gewöhnungsbedürftig aber die möglichkeit, die familie jederzeit sehen und besuchen zu können und von ihnen auch mal guten rat oder hilfe zu empfangen, ist gold wert und läßt einige rückschlage nicht länger so schlimm erscheinen.


Hallo Danny,
nun habe ich endlich deine Seiten hier durchforstet und finde es toll wie du dies alles beschreibst,super!! Du hast ja in der kurzen Zeit schon viel Erreicht, gutes und schlechtes Erfahren,aber leider ist das so egal ob man Zurueck oder so wie wir Auswandern(Kanada) man hat immer irgendwelche Idioten dazwischen die meinen zu wissen wie der Hase laeuft und welche die sich Ergoetzen am scheitern anderer!!Es ist nirgends einfach egal wo man hinzieht man muss sich immer Umgewoehnen,und manschmal wird man auch nur Verarscht,von Arbeitgebern und teilweise von den eigenden Landsleuten!!Hier sind schon viele rueber gekommen wo die Company dann auf ein mal sagt> Sorry wir haben keine Arbeit fuer dich oder Sie werden Wochenlang unbezahlt nach Hause geschickt weil angeblich keine Arbeit da waere.Genauso ist es hier (so sagte man uns)das die Ueberstunden mit das 1,5 fache bezahlt wird,das machen die meisten Company`s nicht.. Andere wurden mit Schuettelschecks bezahlt,was natuerlich auch sehr gut ist.Genauso muss man hier in manchen Spalten Pruefungen ablegen und wenn man die nicht besteht dann muss man sich was anderes suchen,zu Not Waescht und Parkt man Autos fuer 13$ die Stunde..
Die meisten Deutschen hier sind nett und hilfsbereit aber es geht auch anderes, welche meinen sie koennen ueber andere herziehen was das zeug haelt,obwohl diese Personen die anderen gar nicht richtig kennen, meinen aber, die Welt vor denen warnen zu muessen und luegen ohne Ende!!Dabei haben diese Personen meistens selbst soviel Dreck vor der Tuer liegen,aber es ist ja einfacher bei anderen zu kehren als sich mit seinem eigenem Leben auseinader zusetzen.Mein Boss(selber Deutscher) hatte mir mal ein Spruch erzaehlt: Lieber Gott beschuetze mich vor Sturm und Wind und vor Deutschen die im Ausland sind.Manchmal stimmt dieser Spruch,leider!!
Aber wenn man hier eine gute Company gefunden hat und gutes Geld verdient, und wahre Freunde hat kann das Leben hier schoen und ruhig sein..
Dieses soll fuer alle sein die meinen das alles Gold ist was glaenzt!!
Dir und deiner Familie wuenschen wir viel Kraft,Liebe und Glueck.Aber du schafst das,das wissen wir! Halt die Ohren steif.
Liebe Gruesse aus Kanada
Hallo Alex. erstmal alles liebe an Euch in Kanada. Einerseits habt Ihr Euch Euren traum erfüllt, andererseits lernt man schnell, dass ein Neuanfang im Ausland mit vielen Problemen behaftet ist, die man sich vorher nie hätte ausmalen können. Das wichtigste ist, dass man als Familie zusammen hält und sich immer wieder drana erinnert, aus welchen beweggründen man die Entscheidung letztendlich getroffen hat. Deutsche im Ausland sind allerdings oftmals ein Fall für sich, ich war schon immer der Meinung, wenn ich auswandere, dann auch um in einer anderen Kultur zu leben. Hier gibt es genug Dokus, in denen Deutsche auswandern, die sprüche klopfen wie” in unserem Haus wird nur Deutsch gesprochen, hier gibt`s nur Deutsches Essen u.v.m.” tja, dann wäre man besser Zuhause geblieben, oder? Freunde im Ausland zu finden braucht manchmal etwas Zeit, aber so ist es eben mit der wahren Freundschaft, oftmals sieht man oswieso erst wer die wahren Freunde wirklich sind, nämlich dann wenn man mal nicht so auf der höhe ist, Hilfe oder ehrlichen Rat braucht. Ich finde jedenfalls, Ihr wart sehr mutig und mittlerweile scheint Ihr Euch gut eingelebt zu haben. Busiss an die Kids, Dani
Hallo,
Ich will auch nach 30 Jahren in den USA wieder nach Europa zurueckwandern. Allerdings habe ich mir vorgenommen nach Barcelona zu ziehen, da es waermer ist.
Es sieht so schwierig von hier aus. Es ist ermutigend von Ihnen zu lesen. Vielen Dank. Susanne