wie ein grosser bruder

2008 Juni 10

heute hat sich mein schwager telefonisch gemeldet, er wollte nicht wie gewohnt mit seinem bruder sprechen – sondern mit mir. er faende es garnicht toll, dass wir zurueck nach deutschland ziehen & er wollte mir sagen, dass er uns alle sehr vermissen wird. gern wuerde er sogar mit uns kommen wenn er koennte, denn in deutschland -kann er sich ein leben sehr wohl vorstellen…solange wir dort sind. wow – das haette ich nie gedacht – in dieser familie redet man nicht oft ueber gefuehle, diese worte von dem bruder meines mannes zu hoeren, kamen von herzen. thank you, rod’ – my bro’

mein schwager hat in den letzten jahren lebenserfahrungen gemacht, die ihn gepraegt und veraendert haben. ich bin so stolz ihn in meinem leben zu haben und ich bin froh zu wissen, dass wir ihm alle ebenfalls sehr wichtig sind. er gehoert zu den menschen, die ich nicht oft gesehen habe, aber wenn er teil unseres lebens war, so bedurfte es nie viel worte – umso besser, dass wir einmal darueber geredet haben ;-)

ich wusste, dass der an uns haengt, vor allem an den kindern – aber dass wir wie heut – so lang’ und vor allem so intensiv – ein gespraech fuehren koennen – ist ein neues kapitel in der eher gefuehlsverdrussenen, familie meines mannes. warum haben wir vorher nie solche ein gespraech gefuehrt? ich meine, das man sich mal sagt, wie wichtig man einander ist? warum passiert so etwas immer dann, wenn ein kapitel schon fast beendet ist oder auf beerdigungen? schoen aber auch traurig, denn…

es wurde mir erst jetzt 100%ig klar, wieviele menschen unsere rueckkehr nach deutschland negativ beeinflussen wird, dass wir sehr wohl viele freunde und verwandte haben, die uns schmerzlichst vermissen werden. und waere ich nicht so beschaeftigt mit den vorbereitungen haette ich selbst mehr zeit, mir dazu meine gedanken zu machen, darueber zu trauern, was und vor allem wen – wir hier alles hinter uns lassen – koennte ich mich gleich in die koje legen und 2 tage flennen, mindestens.

da wir viel in der weltgeschichte herumreisen, ist es fuer mich lang nicht nicht so endgueltig wie andere es sehen. verlustgedanken, schechtes gewissen, trauer, “heimweh” – werden dann richtig aufkommen, wenn ich in deutschland bin, meine liebsten am telefon hoere oder mit ihnen per internet kommuniziere. einen “neuanfang” wuenschen sich viele menschen. tapetenwechsel, neue umgebung, kultur, einen neuen, interessanteren job, besser zahlenden arbeitsgeber, frischen wind fuer familie und beziehung in der hoffnung dass einen diese erfahrung naeher zusammenschweisst. menschen sind von natur aus abenteurer, wissbegierig – aber der alltag holt einen schnell wieder ein, man braucht zur durchfuehrung eines solchen *mammutvorhabens* kraft, positives denken, organisationstalent, marktwert, eine portion glueck oder aber naivitaet und dummheit. irgendwo dazwischen siedeln wir selbst uns an, haetten wir einiges vorher gewusst im leben, haetten wir sicher andere wege gewaehlt, wir sind wie wir sind – dank der erfahrungen, die wir machen.

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